Jörg Vester

Vorübergehende Erlebnisse in der Zeit

luebeck_1.jpgOda Oertel zum Ausstellungs- und Arbeitsprojekt von Jörg Vester im Lübecker Künstlerzentrum (12.07.-02.08.1997): „‚Das ist ja gar nicht fertig‘ – so stellte mancher Besucher fest, der dem Maler Jörg Vester im Lübecker Künstlerhaus zuschaute.

Dem Maler geht es auch bei den „fertigen“ Werken vor allem darum, Arbeitsprozesse sichtbar zu machen: „Ohne Netz“ ist ein Arbeits- und Ausstellungsprojekt. Das ist anders, als wenn Kunstbeflissene gepflegt zur Vernissage gehen.

o.T., 1997, ca. 65 x 365 cm, Öl/Acryl auf Papier

In Vesters Gastatelier kamen in diesen Tagen auch ganz normale Neugierige. Wer den Mann und seine Malerei sehen will, tritt aus der sommerlichen Hitze in den kühlen, weißgekalkten alten Raum im Engelswisch, mit seinen Deckenbalken und seine modernen, offenen Gartentür aus Glas. Die weißen Wände sind nun mit freischwingenden, langen schmalen Papierbahnen geschmückt. Sie erstrecken sich auch über den bräunlich-grauen Fußboden.

Bewußt habe er keine klassischen Leinwände gewählt:“Es soll provisorisch wirken, die Schnelligkeit des Arbeitsprozesses zeigen.“

o.T., 1997, ca. 65 x 365 cm, Öl/Acryl auf Papier

Mit Acrylfarben hat Vester netzartige Muster gemalt. Manche sind in kühlem Türkisgrün, andere in bräunlichem Orange. „Die Netzstrukturen sin ein Spiel mit dem Klischee Lübeck“, erklärt der Künstler: ein maritimes Zitat. Aber auch die Farben des kleinen Gartens und die des Fußbodens spiegeln sich in der Malerei wieder. Und nun ist der Arbeitsprozess abgeschlossen.“

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